PRESSE- UND INFORMATIONSAMT DER BUNDESREGIERUNG

Dienstag, 7. März 2017

Empowerment für geflüchtete Frauen –

Stärkung des Selbstbewusstseins und der Eigenverantwortlichkeit

Etwa ein Drittel der nach Deutschland einreisenden Schutzsuchenden sind Frauen, darunter auch viele mit Kindern. Ein Schwerpunkt der Arbeit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz, ist daher die Förderung von Projekten zur Unterstützung und Stärkung geflüchteter Frauen. Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März stellt die Staatsministerin am 7. März in Berlin einige der von ihr geförderten Frauenprojekte vor. Etwa ein Viertel des Haushalts der Beauftragten geht in die Förderung von Projekten zur Stärkung geflüchteter Frauen. Für diese Empowerment-Projekte stellte die Beauftragte in 2016 rund 5,3 Mio. Euro zur Verfügung, 2017 werden es rund 5,5 Mio. Euro sein.

Hierzu erklärt die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz:

„Ich freue mich, dass ich mit meinen Mitteln dazu beitragen kann, geflüchtete Frauen zu stärken und zu unterstützen. Viele von ihnen fühlen sich auch in Deutschland unsicher und trauen sich nicht, Hilfsangebote anzunehmen, entweder, weil sie diese nicht kennen oder weil die sozialen oder kulturellen Hürden zu hoch sind. Wir wollen geflüchtete Frauen deshalb von Anfang an über die vorhandenen Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten informieren. Dabei geht es nicht nur um den Schutz vor Gewalt, sondern auch um die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Eigenverantwortlichkeit der Frauen, damit sie selbstbestimmt ihren Weg gehen können.“

Zu den geförderten Projekten gehört die Unterstützung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) von Frauen mit Fluchterfahrung und anderer besonders schutzbedürftigen Personengruppen. Bundesweit zählen mehr als 100 Einzelprojekte dazu, in denen geflüchtete Frauen etwa bei der Wohnungssuche, der Gesundheitsvorsorge oder der Einkommenssicherung beraten und unterstützt werden.

„Neben Gewaltschutzkonzepten in der jeweiligen Einrichtung und Unterbringung zielen diese Projekte von Anfang an auch darauf ab, geflüchtete Frauen in der Wahrnehmung ihrer Rechte zu sensibilisieren und zu stärken. Denn starke Frauen sind weniger gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden“, erklärt Dr. Andrea Schlenker, Leiterin des Referats Migration und Integration des Deutschen Caritasverbandes in der BAGFW.

Geflüchtete Frauen bringen oft selbst große Potentiale mit. In ihren Herkunftsländern haben sie öfter als vermutet wird, ein selbstbestimmtes Leben geführt. Aber sie sind durch die Flucht und die ihnen kaum bekannten Strukturen in Deutschland verunsichert und kennen die Wege, die sie zum Aufbau eines Lebens in Deutschland gehen können, zu wenig. Hier setzt das Projekt MUT – Migrantinnen als Mutmacherinnen und Brückenbauerinnen beim Dachverband der Migrantinnenorganisationen (DaMigra e. V.) an. Frauen mit eigenen Einwanderungs- und „Integrationsgeschichten“ zeigen Wege auf, erläutern Angebote erläutern und eröffnen Zugänge.

„Wir wollen Frauen MUT machen, sich unabhängig von ihrer Herkunft zu solidarisieren, gemeinsam ihre Interessen zu artikulieren und durchzusetzen. Wenn möglichst viele dieser Frauen dann selbst zu `Mutmacherinnen und Brückenbauerinnen´ werden und Angebote für geflüchtete Frauen entwickeln, dann ist das Ziel unseres MUT-Projektes erreicht“, erläutert die Vorstandssprecherin von DaMigra e. V., Dr. Delal Atmaca.

Im MiMi-Projekt werden an den jeweiligen Projektstandorten Schulungen für die Ausbildung von MiMi-Mediatorinnen durchgeführt. Dabei geht es um die Vermittlung von praxisrelevantem und theoretischem Wissen zum Thema (sexualisierte) Gewalt. Im Anschluss führen die geschulten Mediatorinnen muttersprachliche Informationsveranstaltungen zur Gewaltprävention für geflüchtete Frauen und Mädchen in deren Umgebungen, z.B. Unterkünften, durch. Ziel ist es, die Frauen und Mädchen kultur-, sprach- und geschlechtssensibel über Formen der Gewalt, die Rechte von Frauen in Deutschland sowie über Schutzmöglichkeiten zu informieren. Hierzu erklärt der Leiter des Projekts, Ramazan Salman: „Das Programm MiMi-Gewaltprävention richtet sich gegen Gewalt und Missachtung von Frauen- und Kinderrechten. Unser Programm ist ein von Migrantinnen Deutschlands getragener Beitrag für Demokratie, Teilhabe und Menschenwürde. Durch unser Programm bringen wir unsere starke Stimme ein: Gewalt dulden wir nicht.“